Ergonomie

Dein Lastenrad richtig schalten: ein kleiner Exkurs über...

... die Kettenschaltung

Eine Kettenschaltung besteht aus Kette, Kurbelgarnitur, Kassette, Schaltwerk und Umwerfer. Im Unterschied zur Nabenschaltung besitzt die Kettenschaltung mindestens an einer Stelle mehrere Kettenblätter oder Ritzel. Dabei kann die Kurbelgarnitur bis zu drei, die Kassette hingegen bis zu elf Ritzel besitzen. Bei einem Wechsel des Ganges legt der Umwerfer beziehungsweise das Schaltwerk die Kette von einem Kettenblatt beziehungsweise Ritzel auf ein anderes. Dieser mechanische Vorgang ist dafür verantwortlich, dass der Gangwechsel nur Stufe für Stufe erfolgen kann.

  • hohe Übersetzung
  • hoher Wirkungsgrad
  • Schalten unter Last möglich
  • offene Mechanik für leichte Reparatur
  • mit Hinterradmotor kompatibel

... die Nabenschaltung

Bei der Nabenschaltung spielt sich das Umschalten der Gänge innerhalb der Nabe im Hinterrad ab. Die Kette hat für diesen Vorgang keine Bedeutung. Die Nabe leitet die Trettkraft statt über die Kette direkt über die Speichen auf die Felge. Innerhalb der Nabe befindet sich in einem Hohlrad ein Sonnenrad, um das Zahnräder kreisen. Die Anordnung wird auch als Planetengetriebe bezeichnet. Das Umschalten geschieht durch eine Positionsverschiebung der Zahnräder zueinander. Ebenso wie bei der Kettenschaltung erfolgt der Gangwechsel Stufe für Stufe. Jedoch kann bei einer Nabenschaltung auch im Stand geschaltet werden, da eine Kettenbewegung nicht erforderlich ist.

  • lange Lebensdauer
  • geringer Verschleiß
  • Schalten im Stand möglich
  • kompatibel mit Rücktrittbremse

... die NuVinci Nabenschaltung

Einen großen Unterschied zu den beiden vorherigen Schaltungstypen stellt die NuVinci Nabenschaltung dar. Hier ist es möglich, völlig stufenlos zu schalten. Im Inneren der Nabe befinden sich zwei Scheiben, wobei eine durch die Kette bewegt wird und die andere die Kraft in die Felge weiterleitet. Zwischen den Scheiben liegt ein Kugellager, das sich beim Schalten in seiner Position verschiebt. Durch diese Neigung wird die Drehgeschwindigkeit der Scheiben beeinflusst und das Übersetzungsverhältnis verändert.

  • lange Lebensdauer
  • stufenloses Schalten
  • wartungsarm

... die Tretlagerschaltung

Wie der Name schon sagt, befindet sich die Schaltung im vergrößerten Tretlagergehäuse. Auch hier handelt es sich um ein Planetengetriebe. Das Schalten erfolgt über einen Stift in der Tretlagerachse, der mit dem Fuß betätigt wird. Die Tretlagerschaltung kann mit anderen Schaltungen kombiniert werden, um den Übersetzungsbereich zu erweitern.

  • kombinierbar mit anderen Schaltungen
  • für Hinterradmotoren geeignet

Welches Lastenrad hat welche Schaltung?

Typ Hersteller Gänge Lastenrad
Nabenschaltung Shimano 7-Gang Babboe Lastenräder
winther Lastenräder
Bakfiets Lastenräder
Johnny Loco Montana Negra
Johnny Loco Cargo Cruiser
Shimano 8-Gang winther Lastenräder
Bakfiets Lastenräder
nihola Lastenräder
Veleon Lastenräder
Shimano 3-Gang Johnny Loco Delivery
Johnny Loco Dutch Delight Cruiser
NuVinci stufenlos Bakfiets Lastenräder
Kettenschaltung Shimano 3x9-Gang Surly Big Dummy
Shimano 9-Gang Veleon
Shimano 7-Gang Babboe Lastenräder - elektrisch
SRAM 3x7-Gang Yuba Lastenräder
Veleon
SRAM 8-Gang Veleon
winther Lastenräder - elektrisch
Tretlagerschaltung Haberstock Mobility 2-Gang Veleon

Dein Lastenrad bequem fahren: ergonomische Richtlinien für...


 Ergonomie Lastenrad: Rahmenhöhe

... die Rahmenhöhe

Für ein angenehmes Radfahren ist die richtige Rahmenhöhe entscheidend. Um die Rahmenhöhe eines Fahrrades zu bestimmen, wird die Strecke von der Mitte des Tretlagers bis zum oberen Ende des Sattelrohrs gemessen. Welcher Rahmen zu einem passt, hängt von der Schritthöhe ab. Wichtig dabei ist eine Messung ohne Schuhe! Je nach Fahrradtyp wird die passende Rahmenhöhe unterschiedlich berechnet.

Berechnung der Rahmenhöhe in cm
Rennrad / Singlespeed / Fixie/ Fitnessbike Schritthöhe x 0,665
Hardtail MTB Schritthöhe x 0,574
Trekkingrad / Cityrad Schritthöhe x 0,66
Crossrad Schritthöhe x 0,665-2
Rahmenhöhe in Zoll errechneter cm-Wert x 2,54
 Ergonomie Lastenrad: Sattelhöhe

... die Sattelhöhe

Der Sattel hat die richtige Höhe, wenn beim Sitzen die Ferse mit ausgestrecktem Bein auf dem nach unten zeigenden Pedal ruhen kann. Alternativ lässt sich die richtige Sattelhöhe auch errechnen. Dazu wird die Schritthöhe mit 1,09 multipliziert.
Das Ergebnis gibt den Abstand zwischen Satteloberkante und untenstehendem Pedal an. Bis auf einige Ausnahmen wird der Sattel in einer waagerechten Position gefahren.




 Ergonomie Lastenrad: Abstand Lenker-Sattel

... den Abstand Sattel - Lenker

Auch der Abstand vom Sattel zum Lenker spielt eine Rolle für das Wohlbefinden beim Radfahren. Zunächst wird der Kurbelarm auf einen Winkel von 45 Grad gedreht. Wenn beim Sitzen sich das Knie nun über der Pedalmitte befindet, ist der Abstand richtig eingestellt. Trifft dies nicht zu, kann der Sattel weiter vor oder zurück geschoben oder ein Lenkervorbau montiert werden.





 Ergonomie Lastenrad: Lenkerposition

... die Lenkerposition

Für den Alltagsgebrauch sollte der Lenker so eingestellt werden, dass der Rücken sich nicht flacher als 45 Grad nach vorne neigt. Je aufrechter die Sitzhaltung, desto komfortabler das Fahren. Um die gewünschte Position zu erreichen, müssen gegebenenfalls Lenker und Vorbau getauscht werden. Wird der Winkel kleiner, kann mehr Kraft auf die Pedale übertragen werden. Diese Position eignet sich jedoch nur für Sporträder. Für den Alltags- und Gelegenheitsfahrer sind City-, Touren- oder Hollandlenker zu empfehlen. Durch ihre gekröpfte Form ermöglichen sie dem Fahrer eine aufrechte Sitzposition. Ein gerader Lenker hingegen verringert den Fahrkomfort. Für Vielfahrer und Langstreckenfahrer eignen sich vor allem Lenker, die mindestens zwei oder mehr Griffpositionen zulassen, um die Handgelenke und Muskulatur zu entlasten. Dazu gehören nach vorne oder nach oben geschwungene Lenker oder Lenker mit Barends oder speziellen Aufsätzen.




 Ergonomie Lastenrad: Reifendruck

... den Reifendruck

Der richtige Reifendruck ist auf dem Reifen angegeben. Allgemein gilt: Je schmaler der Reifen, desto höher der benötigte Luftdruck, um einen Durchschlag auf die Felge zu vermeiden. Grundsätzlich beträgt der Mindestwert 3 bar. Ist der Reifendruck zu gering, verschlechtert sich das Abrollverhalten. Neben dem schwierigeren Pedalieren, steigt zudem das Risiko einer Reifenpanne. Ist der Reifendruck zu hoch, verschlechtert sich der Fahrkomfort, da der Reifen nicht mehr dämpfen kann.